Scream Awards im Twilight Zirkus
Der über ganze Episoden ausufernde Hype um diese Kaltblüter nimmt kein Ende und wo ehemals blutrünstige Vampircharaktere beim Publikum Angst, Schrecken und Verstörung auszulösen vermochten, zieht mit der teenagerkompatiblen und schwer schwülstigen Schwärmvorlage der Twilight-Saga eine Ära auf, deren kommerziellen Kreischerfolg auch beim diesjährigen Scream Award kein professioneller Bösewicht mehr leugnen konnte oder wollte. Ein Dokument des Grauens und wer sich die Gänsehaut lieber für die ProSieben-Übertragung am 30. Oktober 2010 in der Nacht zu Halloween bewahren möchte, wage sich besser erst dann einen Schritt vor.
Scream Queens und Teen`s Choice
Die Fans wählten im Internet und mit vereinten Kräften saugte das zwielichtige Imperium gleich an mehreren Auszeichnungskategorien. Insgesamt gingen sechs Preise an die untot wohl schillernste Pflanze des Genres:
Heute Nacht läuft die Übertragung in Amerika und neben dieser Horrorpflanze gelangen sicherlich auch noch andere Stilblüten zu Ruhm und Ehre. Die Spannung wollen wir hier schließlich aufrecht erhalten.
Zombies, Werwölfe und Horrorwesen – Alle heulen mit
Das Greek Theatre in Los Angeles avancierte bei der Preisverleihung am vergangenen Samstag nicht bloß zum Treffpunkt irgendwelcher Hollywoodstars. Sie schreiteten nämlich nicht in Anzug und Kostüm über den roten Teppich, sondern suchten das Event in genretypischer Verkleidung heim und prägten dadurch die Symphonie des abendlichen Grauens in expressionistischer Atmosphäre entscheidend mit. So was ruft immer auch die Klatschblätter auf das Trottoir und in den letzten Jahren verursachten darum vornehmlich genrefremde Aussenseiter wie Topmodell Heidi Klum und ihr Ehemann, der Sänger Seal, bebilderte Schlagzeilen. Trotzdem verbergen sich auch Helden der Szene wie Johnny Depp, Anthony Hopkins oder der Regisseur Quentin Tarantino in diesem illustren Kreis. Eine Preisverleihung der anderen Art.
Was kommt zu uns?
Bei aller Selbstinszenierung sind solche Verleihungen vor allem bei dem interessierten deutschen Publikum von Belang, denn die gezeigten Filmsequenzen, Trailer und Protagonisten vermitteln einen Eindruck davon, was uns demnächst in Kino und Fernsehen die Gänsehaut auf den Armen erschauern lassen wird. Zurecht werden von den Spezies dabei immer wieder nachlässig synchronisierte, deutsche Fassungen kritisiert und mancher Undergroundklassiker schafft es vermutlich erst Jahre später in die gängigen Medien. Auf Filmfestivals wird man mit sowas deutlich direkter bedient und sie erfreuen sich darum stetig wachsender Beliebtheit.
Themen: Allgemein
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