Buried – lebend begraben!

Geschrieben von Ben am 08. November 2010

Stell Dir vor, Du wachst morgens auf und stellt fest, dass Du in einem Sarg liegst und lebendig begraben bist. Das mag nicht nur für Leute mit Klaustrophobie und Angst vor der Dunkelheit eine wahre Horrorvorstellung sein. In Rodrigo Cortes’ neuem Thriller “Buried – lebend begraben” widerfährt einem Amerikaner im Irak genau dieses Schicksal.

Die Filmplakate liefern bereits einen Eindruck, worum es in diesem Horrorthriller geht: Der US-Amerikaner Paul Conroy (gespielt von Ryan Reynolds) stellt eines Morgens nach dem Erwachen mit Erschrecken fest, dass er sich in einem Sarg befindet. Der als Lastwagenfahrer arbeitende Zivilist verlor bei einem Einsatz im Irak sein Bewusstsein und ist entführt worden. Seine Entführer haben ihn offensichtlich in einen Sarg verstaut und lebendig begraben. Orientierungslos und benommen erwacht er in einer gerade mal zwei Meter langen engen Holzkiste, die tief unter Wüstensand begraben wurde. Ohne Urzeit, Wandkalender oder ähnliche Hilfsmittel ist er zunächst orientierungslos und ohne Hilfsmittel eingesperrt. Als einzige Lichtquelle in der beengenden und verstörenden Dunkelheit dient ihm ein Benzin-Feuerzeug.

Kurze Zeit nach seinem grauenvollen Erwachen vernimmt er jedoch ein wohlbekanntes Geräusch – das Vibrieren eines Handys. Paul nimmt ab und wird am Telefon von seinem Entführer darüber informiert, dass ihm nur wenige Stunden bleiben, um sich aus dem engen Sarg zu befreien. Aufgrund des Sauerstoffmangels werde er innerhalb weniger Stunden im Holzsarg ersticken, wenn es ihm nicht gelinge, fünf Millionen Dollar Lösegeld aufzutreiben. Pauls verzweifelte Verhandlungsversuche lassen den Entführer kalt. Schließlich könne er versuchen, zur amerikanischen Botschaft Kontakt aufzunehmen.

In den kommenden Stunden schafft es Conroy trotz fast leerem Akku und schlechtem Empfang unter der Erde, den FBI-Agenten Dan Brenner (Stimme von Robert Paterson) ans Telefon zu bekommen und ihn davon zu überzeugen, dass er lebendig vergraben worden ist. Trotzdem scheint vor Conroy zunächst nur wenig Hoffnung auf baldige Rettung zu bestehen. Denn ohne die Handynummer könne der amerikanische Geheimdienst Paul nicht orten. Als Plötzlich Sand durch den Sarg zu rieseln beginnt, wird die Situation noch beklemmender.

Hochspannung auf engstem Raum

Mit seinem ersten großen Film ist es dem spanischen Regisseur gelungen, einen neunzig Minuten langen Thriller komplett im Inneren eines Sarges spielen zu lassen, ohne dass dabei Langeweile aufkommt, im Gegenteil. Cortes inszeniert auf engem Raum einen dramatischen Wettlauf gegen die Zeit als klaustrophobische Extremerfahrung, die von Ryan Reynolds in einer glänzenden Ein-Mann-Show einzigartig umgesetzt wird. Dem US-amerikanischen Mimen gelingt es mühelos, die Panik, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit des entführten Zivilisten darzustellen. Von Beginn an gelingt es ihm die gesamte Laufzeit über, die Spannung zu halten und kontinuierlich zu steigern. Der Zuschauer wartet mit Spannung auf die Auflösung und fragt sich fortwährend, ob und wie es dem als liebevollen Familienvater und friedlichen Menschen geschilderten Protagonisten Paul wohl gelingen wird, sich aus dem Sarg zu befreien.

Die Zuschauer des Sundance Film Festivals haben den Horrorthriller bereits mit Begeisterung gefeiert. Nicht nur Liebhaber des “Suspense”-Kinos werden mit “Buried” ihre wahre Freude haben.

Zuletzt geändert am 08. November 2010.

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